Wissenswertes: Begriffe

 

An dieser Stelle soll keine ausführliche Liste mit Fachbegriffen erscheinen – vor allem deshalb, weil manche Begriffe sich in der Bedeutung überschneiden oder (für Maßstäbe außerhalb echter Literaturwissenschaft) für sehr ähnliche Dinge benutzt werden und es mühsig wäre, hier auf alle Details einzugehen. Ich versuche, ein paar der wichtigsten Begriffe zusammenzutragen, die Sie für das Verstehen von Lektoraten und Korrektoraten brauchen könnten.


Erweiterter Infinitiv mit zu
Der „erweiterte Infintiv mit zu“ liegt dann vor, wenn der Grundform des Verbes (= Infinitiv) und dem – dem Verb vorangestellten – Wort „zu“ ein oder mehr Wörter vorangestellt sind, die zusammen mit dem „Infinitiv mit zu“ eine Sinneinheit ergeben.
Beispiel: Bei „Du solltest versuchen zu schlafen.“ lässt sich das „zu schlafen“ (Was solltest du versuchen? – Zu schlafen.) auf „Du solltest versuchen, gut zu schlafen.“ (Was solltest du versuchen? – Gut zu schlafen.) erweitern.

Infodumping
Der Begriff „Infodumping“ ist in der Szene der Betaleser und Text-Foren geprägt worden. Gemeint ist eine Anhäufung von Informationen, die zudem nicht oder nur schlecht in die Handlung eingebettet sind.

Korrektor
Ein Korrektor prüft einen Text auf Rechtschreib-, Grammatik- und Semantikfehler. Außerdem soll er grobe Inhaltsfehler aufspüren, wobei diese Seite seiner Arbeit vom Genre (Belletristik, Fachbuch; …) abhängt und eventuell konkrete Fachkenntnisse erfordert.

Lektor
Ein Verlagslektor hat vielfältige Aufgabe; sie reichen je nach Firma von der Auswahl der veröffentlichungswürdigen Manuskripte über die Prüfung des Textes auf Fehler und handwerkliche Schwächen bis zur Betreuung des Autos. Frei Lektoren bieten die Prüfung des Textes auf schreibhandwerkliche Aspekte an. Darunter fallen z. B. Klang und Stil, Spannungsbögen, Figurenzeichnung, Handlungslogik und ähnliches.

Normseite
Als Manuskripte noch ausschließlich in Papierform eingereicht wurden, wurde die Normseite auf 30 Zeilen a 60 Zeichen (inkl. Leerzeichen) festgelegt. Anhand der so abzählbaren Seiten konnte der Verlag die Dicke des zukünftigen Buches (und damit die Kosten) abschätzen. Noch heute ist dieser Standard von Interesse, da noch immer eine übliche Buchseite (z. B. Taschenbuch) in etwa diese Menge Text fassen kann. Da auf einer Seite nicht alle 30 Zeilen „voll gefüllt“ sind (an Absatzenden stehen oft deutlich kürzere Zeilen), wird eine Normseite nicht mit 1.800 Zeichen sondern mit 1.600 bis 1.500 Zeichen gerechnet (das variiert von Verlag zu Verlag).

Point of View
„Point oft View“ ist ein Begriff, der zu der Themengruppe Erzählerstandpunkt, Erzählhaltung etc. gehört. Außerhalb der strengen Literaturwissenschaft verschwimmen die Grenzen zwischen den Begriffen so weit, dass sie oft synonym verwendet werden.

Semantik/Semantikfehler
Zu den Semantikfehlern gehören zum Beispiel falsch benutzte Wörter, falsche Wortkombinationen im Allgemeinen (z. B. „Die Strapazen hatten ihren Tribut bei ihm hinterlassen.“ statt „Sie hatten von ihm ihren Tribut gefordert.“) und im Speziellen falsche Redewendungen bzw. Sprichworte (falsch im Sinne von „die Redewendung geht anders“ und im Sinne von „die Redewendung passt hier inhaltlich nicht“). – Der Begriff Semantik reicht viel weiter (siehe wikipedia), hier ist nur der kleine, im Themenkreis der Website relevante Teil umrissen.

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