Wissenswertes: Rechtschreibung und Grammatik

 

Ein Lektorat ist kein Korrektorat. Ein Korrektor macht Sie auf Rechtschreib- und Grammatikfehler aufmerksam bzw. behebt diese im Manuskript. Ein Lektor prüft Lesbarkeit und Logik. Je mehr Rechtschreib- und Grammatikfehler in einem Text enthalten sind, desto schwieriger wird es für den Lektor, sich auf Klang und Inhalt zu konzentrieren. Oft nehmen Lektoren sehr fehlerhafte Texte deshalb gar nicht an – das Maß für „sehr“ ist dabei recht unterschiedlich. Einige Lektoren kümmern sich nicht um solche Fehler, andere streichen sie mit an, wenn sie ihnen auffallen. Letzteres kostet den Lektor Zeit und damit in der Regel den Autor Geld.

Konsequenz: Lassen Sie IMMER ein Kontrollprogramm (Rechtschreibung und Grammatik) über Ihren Text laufen, auch wenn es mit Sicherheit nicht alle Fehler finden wird. Bessern Sie auch darüber hinaus so viele Fehler wie möglich aus, bevor Sie das Werk zum Lektor geben! Wenn Sie ganz erhebliche Probleme haben (z. B. bei Legasthenie), bitten Sie jemanden um Hilfe! Und scheuen Sie sich nicht, den Lektor über das Problem zu informieren!


Zeichensetzung
Neben der weit verbreiteten Komma-Schwäche leiden einige Autoren an einer allgemeinen Zeichensetzungsallergie. Sparen Sie dem Lektor Nerven und Ihnen Geld, indem Sie vorher dafür sorgen, dass …
… Punkt, Fragezeichen und Ausrufezeichen direkt an das letzte Wort des Satzes anschließen und erst danach das Leerzeichen kommt.
… Kommas an das vorhergehende Wort anschließen und erst danach ein Leerzeichen kommt.
… bei einem Gedankenstrich, der zwischen zwei Wörtern steht, davor und danach ein Leerzeichen ist.
… das Auslassungszeichen namens „Drei Punkte“ möglichst nicht durch dreimaliges Drücken der Punkt-Taste erzeugt wird. Es gibt in der Regel eine Tastenkombination für dieses Zeichen (z. B. „alt“& „Punkt“). Noch wichtiger: Das Zeichen ist ein Auslassungszeichen, Leerzeichen werden so gesetzt, als würde alles dastehen. Ausnahme: Am Satzende kommt kein zusätzlicher Satzpunkt. („Sie sind ein …!“ / „Sie sind ein A…!“ / „Das ist … Nun ja, lassen wir das!“)
… Gedankenstriche lang sind („alt“&„-“), Bindestriche hingegen kurz („-“)
… zwischen Bindestrich und den beiden Wortteilen kein Leerzeichen steht.
… das Apostroph richtig getippt ist. Es sieht wie ein hochgestelltes Komma aus, biegt/neigt sich also in Leserichtung. So: ’
… deutsche Anführungszeichen zum Einsatz kommen. So: „Das sind deutsche Anführungszeichen.“ und so: ,Das sind halbe deutsche Anführungszeichen, wie sie innerhalb der wörtlichen Rede eine Rolle spielen können.‘


Wörtliche Rede
Die Zeichensetzung bei wörtlicher Rede ist vielen ein Buch mit sieben Siegeln. Dabei ist es gar nicht so schwer. Orientieren Sie sich an diesen Beispielen, es wird Ihnen bald in Fleisch und Blut übergehen:
Er fragte: „Ist das richtig?“
„Ist das richtig?“, fragte er.
„Das ist richtig“, sagte er.
„Das ist richtig“, sagte er. „Ich mach das schon immer so.“
„Das“, sagte er andächtig, „ist richtig. Ich mach das schon immer so.“
„Das ist ja wohl …!“, schnaubte er. „Natürlich ist das richtig! Ich mach das immer so!“
„Das, mein Kind …“, er hob den Zeigefinger, „… ist völlig richtig. Ich mach das immer so.“


Dialog
Die Idee, sich bei Dialogen nicht an die Absatzregelungen zu halten, ist nicht neu – schon mancher Autor wollte auf diese Weise seine „Originalität“ beweisen. Die Absätze sind immer noch Usus und das nicht ohne Grund. Die moderne Faustregel dafür lautet, dass beim Redner-Wechsel ein Absatz gemacht wird. Dabei kann der „Redner“ auch nonverbal re/agieren. Es gilt NICHT, dass jede neue Rede einen neuen Absatz bekommt.